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PHANTOM BLUES BAND "OUT OF THE SHADOWS"
Source: Blues News Magazine
Date: 02/2007
Writer: Verlag Dirk Foehrs

Aus dem Schatten ihres Leaders tritt hier die Phantom Blues Band – der Name für die
Ansammlung von Spitzenmusikern, die mit erstaunlicher Konstanz seit vielen Jahren Taj Mahal um sich schart. Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit, die 1993 mit der CD „Dancing The Blues“ begann, sind inzwischen 4 CDs, eine DVD und zwei Grammies. Nun haben sich Johnny Lee Schell (gtr/vcl), Mike Finnigan (keyb/vcl), Larry Fulcher (bs/vcl), Denny Freeman (gtr), Tony Braunagel (dms), Joe Sublett (sax) und Darrell Leonard (tpt) zu einem eigenen Projekt getroffen, das von John Porter produziert wurde, der ja auchfür die Mahal/Phantom-Studio-CDs auf Private Music verantwortlich zeichnete. Diese Musiker gehören zur Weltspitze und haben schon vor der Arbeit mit Taj Mahal jahrelange Profierfahrung hinter sich, wobei die texanische Fraktion mit Freeman/Sublett sicher die beeindruckendsten Blues-Credentials hat (Cobras, SRV, Antone’s Records) und Finnigan schon auf Hendrix’ „Electric Ladyland“ zu hören war. Diese eingespielte Truppe groovt, was das Zeug hält, und die Soli sind sehr gut (auch wenn ich mir mehr von Freeman gewünscht hätte, der etwas unterrepräsentiert ist). Auch der Gesang ist erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass diese Kerle eher als Begleitmusiker unterwegs sind. Besonders Mike Finnigan kann mit seiner souligen Stimme überzeugen. Die Musik der Phantom Blues Band ist dem Material, was sie mit Taj Mahal spielen, nicht unähnlich: fast ausschließlichsehr geschmackvoll ausgewählte Coverversionen von Soul-, klassischen R&B- und Bluestiteln solch unterschiedlicher Komponisten/ Interpreten wie Lowell Fulson, Henry Glover, Jesse Winchester, Don & Dewey, Little Willie John, Chuck Berry (der nach meinem Geschmack einzige verunglückte Titel, eine merkwürdige Version von„Havanna Moon“), Clay Hammond/Little Johnny Taylor, Jimmy McCracklin, Bobby Bland und Ray Charles. Der Fokus liegt auf souligen Klängen und bei einigen Titeln wird durchweg im Duett gesungen– das bringt Power, wirkt aber nach meinem Empfinden auch etwas glatt. Und das ist auch das Einzige, was man an dieser CD bemäkeln kann: Der Gesamtsound ist sehr poliert, alles stimmt, alles passt – aber es fehlt eine weniger geschliffene, aber dafür charismatische Stimme wie die von Mahal, um dem Ganzen etwas Aufregendes zu verleihen. So ist das alles perfekt, aber auch etwas sehr gefällig, eben mehr Blues Brothers oder Supercharge als Chitlin’ Circuit oder verrauchter Club. Doch das dürfte dem Erfolg dieser CD und ihrer Popularität in weiten Kreisen der Bluesgemeinde nicht im Wege stehen. (kk)

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